Ratgeber „Türen einstellen“: Fachwissen & Tipps vom Holzhandel

Bei der Montage neuer Innentüren ist Präzision gefragt. Nur ein kompromisslos genauer und fachgerechter Einbau erlaubt einen reibungslosen Betrieb der Tür über viele Jahre. Auch das technisch mögliche Potenzial in Bezug auf Schall- und Wärmedämmung ist nur dann gewährleistet! Doch selbst bei der besten fachkundigen Türenmontage kann es im Verlauf der Zeit dazu kommen, dass Zimmertüren nicht mehr sauber schließen. Die tägliche Beanspruchung, Verschleiß, kleine Schmutzpartikel oder auch ein Verziehen durch klimatische Einflüsse – es gibt viele Gründe, warum eine Innentür nicht mehr optimal schließt, sondern, klemmt, quietscht, schleift oder auch störende Geräusche von sich gibt. Oftmals gibt es dazu einfache Lösungen – wir präsentieren Ihnen im vorliegenden Ratgeber einige Ansätze, welche sich oftmals bewährt haben.

Die Tür quietscht

Wenn das Metall der Bänder (umgangssprachlich: Scharniere bzw. Türangeln) sich übereinander bewegt und kein Schmierstoff mehr vorhanden ist, kommt es zu einem quietschenden Geräusch. Dies lässt sich einfach beheben: Hängen Sie die Tür aus und ölen Sie den Aufhängungs- bzw. Drehbolzen. Verwenden Sie das Öl sparsam, überschüssiges Öl entfernen Sie mit einem Stück Küchenrolle. Ansonsten könnte es sich mit Schmutzpartikeln mischen und in einer schmutzigen Spur herablaufen.

Welches Öl ist das richtige zum Ölen der Tür?

Hier haben Sie verschiedene Möglichkeiten, z.B.:

  • Fahrradkettenfett: Schön dickflüssig und durch Druck belastbar – eine gute Wahl.
  • Nähmaschinenöl oder Silikonspray: Ebenfalls eine sehr wirksame Lösung. Auch Speiseöl und Motoröl können verwendet werden!
  • WD40 oder Caramba: Diese universell einsetzbaren Kriechöle können auch zum Ölen Ihrer Innentüren eingesetzt werden.
  • Hausmittel wie Vaseline, Butter oder Wachs: Auch diese Varianten können als „Notfallmaßnahme“ dienen, wenn nichts anderes zur Hand ist für das Türen-Ölen.

Die Tür klemmt / schließt nicht richtig

Dies kann unterschiedliche Gründe haben, und nicht immer kann man etwas dagegen tun!

Wenn die Innentür auf die obere, außenliegende Falzecke trifft

Hier benötigt es eine Verstellung des oberen Türbands. Hängen Sie die Tür aus, drehen Sie das obere Türscharnier im Uhrzeigersinn zwei bis drei Mal und testen Sie dann das Resultat durch Wiedereinhängen der Tür – eventuell müssen Sie noch einmal durch Drehen des Scharniers nachjustieren.

Tür schließt nicht mehr dicht

Durch ein ungleichmäßiges Anliegen von Türblatt an der Dichtung kann ein Spalt entstehen, welcher Zugluft ermöglicht. Um dies zu beheben, gilt es, das untere Türscharnier zu verstellen. Hierzu müssen Sie die entsprechende Schraube lockern mit einem 4 mm-Imbus. Eventuell müssen Sie dazu vorher eine Kunststoff-Schutzkappe darüber entfernen. Nun können Sie das Band etwas herausziehen oder hineinschieben. Im Anschluss die Schraube wieder festziehen und testen. So oft nachjustieren, bis die Tür wieder perfekt schließt!

Die Tür hat sich verzogen

Wenn sich die Tür aufgrund von klimatischen Einflüssen verzogen hat, kann man wenig dagegen unternehmen, um die Tür wieder gerade zu bekommen. Holz reagiert von Natur aus auf wechselnde Temperaturen und Luftfeuchtigkeit durch Quellen und Schwinden. Deshalb müssen Türen aus Holz – insbesondere Haustüren, aber auch Wohnungseingangstüren oder Kellertüren – für diese Belastung ausgelegt sein. Die Eignung dafür wird durch die sogenannte „Klimaklasse“ wiedergegeben.


Die Tür schleift über den Boden

Dies kann im einfachsten Fall an kleinen Gegenständen oder Steinchen liegen, die sich unter dem Türblatt festgesetzt haben und über den Boden schleifen. Diese können Sie mit einem Lineal oder auch einem Stück Schmirgelpapier vorsichtig versuchen zu entfernen. Eventuell die Tür dazu leicht anheben oder auch komplett aushängen.

Ist das Türblatt schief eingehängt?

Dies lässt sich einfach mit einer Wasserwaage herausfinden, welche Sie an die senkrechte Kante der Tür halten, wenn sie geschlossen ist. Bei Bedarf können Sie genauso vorgehen wie beim obigen Themenpunkt „Tür schließt nicht mehr dicht“. Der einzige Unterschied: Sie verstellen die Position der oberen Türbänder. Sollte die Innentür im Ganzen zu tief sein, lässt sich dies durch „Fitschenringe“ auf den Scharnierbolzen leicht beheben. Verwenden Sie hier jeweils dieselbe Anzahl! Wichtig ist, dass der Riegel vom Schloss noch im Schließblech einrasten kann.

Probleme durch höheren Bodenbelag

Bodenbeläge haben unterschiedliche „Aufbauhöhen“, welche sich besonders gerne bei Türschwellen bemerkbar machen – etwa, dass die Tür über den Boden schleift. Wenn Sie Glück haben, können Sie das Problem mit den zuvor beschriebenen Fitschenringen lösen, doch dieser Lösungsansatz hat seine Grenzen, sobald die Tür nicht mehr in die obere Falz passt. Innentüren aus Holz (nicht jedoch aus Glas) können mit Hobel oder Bandschleifer unten abgeschliffen werden. Eventuell ist auch eine Handkreissäge nötig – hier müssen Sie unbedingt die Tür fest fixieren. Insgesamt eher etwas für den erfahrenen Heimwerker.


Die Beschläge der Tür klappern

Oftmals lösen sich die Befestigungsschrauben der Drückergarnitur, wodurch diese beim Betätigen der Tür klappern können. Ziehen Sie einfach alle Schrauben wieder an – eventuell ist es dazu nötig, die Rosetten abzuschrauben. Vielleicht reicht es aber auch schon, die kleine Madenschraube unterhalt des Drückers festzuziehen.

Als Türenexperten für den gesamten Großraum Stuttgart stehen wir Ihnen gerne mit unserem Fachwissen zur Seite. Besuchen Sie uns doch einmal vor Ort in unserer Türenausstellung – vielleicht kommen Sie auf den Geschmack für neue Türen und werfen einen Blick auf unsere tollen Innentüren aus Holz und unsere Glastüren.

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