Fassadendämmung: Infos & Tipps im Ratgeber

Das Thema Wärmedämmung spielt aus mehreren Gründen eine zentrale Rolle. Das Einsparen von Heizenergie ist ein wichtiger Beitrag für den Klimaschutz und im Angesicht steigender Energiekosten auch aus finanzieller Sicht höchst attraktiv. Schließlich spart man Heizkosten Jahr für Jahr und wappnet sich gegen unberechenbare Preisentwicklungen. Nicht zuletzt verbessert eine fachgerechte Hausisolierung das Wohnklima! Besonders wirksam ist in diesem Zusammenhang eine Fassadendämmung. Sie dämmt auf großer Fläche und verringert gleichzeitig als Außendämmung keinen Wohnraum im Inneren.

Eine Fassadendämmung wird kombiniert mit einer Fassadenverkleidung – so ergibt sich auch die Möglichkeit, die optische Wirkung Ihres Hauses anzupassen. Für die Fassadendämmung gibt es unterschiedliche Dämmmaterialien und Verarbeitungsvarianten.

Im Folgenden informieren wir Sie über die Möglichkeiten bei der Außendämmung und geben Tipps für die geeignete Wahl Ihrer Mittel.

Außendämmung mit Holzfaserdämmplatten

Die Natur bietet einige Materialien, welche hervorragende Dämmwerte aufweisen. Holz an sich bietet bereits eine gute Dämmwirkung, professionell genutzt wird das Potenzial von Holz in Form von Holzfaserdämmstoffen, vor allem Holzfaserdämmplatten.

Welche Vorteile bieten Holzfaserdämmplatten?

  • Ökologisch wertvoll: Grundsätzlich ist jede Dämmmaßnahme gut für das Klima, da sie dauerhaft den Bedarf an klimaschädlichen Ressourcen verringert. Bei der Nutzung von Dämmstoffen auf Holzfaserbasis wird der ökologische Beitrag sogar noch erhöht! Die Verwendung nachhaltig gewonnener Holzfasern unterstützt den Ausbau von Forstflächen – und jeder Baum wiederum bindet CO2. Somit ist auch in den Holzfaserdämmstoffen ein großer Anteil an Kohlendioxid auf natürliche Weise gespeichert. Auch die Energiekosten bei der Herstellung sind überschaubar. Und nicht zuletzt lassen sich Holzfaserdämmstoffe gut recyceln!
  • Solide Dämmwirkung: Holzfaserdämmstoffe von Marktführern wie Steico bieten ein sehr gutes Dämmvermögen bzw. eine niedrige Wärmeleitfähigkeit. Top-Werte von 036 (λD 0,036 / λB 0,038 W/(m*K)) erfüllen auch hohe Ansprüche.
  • Baubiologische Unbedenklichkeit: Dadurch, dass Holzfaserdämmplatten aus Nadelholz und ohne bedenkliche Zusatzstoffe hergestellt werden, setzt man auf ein wohngesundes Produkt – auch, wenn dies bei einer Außendämmung weniger zentral sein mag.
  • Perfekt passend zu modernen Holzhäusern: Grundsätzlich können Sie prinzipiell jeden Dämmstoff für jeden Haustyp verwenden, doch insbesondere beim modernen Holzhaus greift man gerne zu Naturdämmstoffen. Holzfaserdämmstoffe harmonieren perfekt mit einem Holzhaus durch die ähnlichen Eigenschaften wie z.B. die Feuchtigkeitsregulierung bzw. Diffusionsoffenheit.
  • Wärmeschutz im Sommer: Ein exklusiver Mehrwert von Holzfaserdämmplatten ist ein ausgeprägter Hitzeschutz, den andere Dämmstoffe wie z.B. Mineralwolle nicht in diesem Ausmaß bieten können. Die hohe Materialdichte ermöglicht eine hohe Wärmespeicherkapazität. Einfach gesprochen, braucht die Hitze im Sommer länger, um den Innenraum zu erreichen und kommt erst dann an, wenn die heißeste Zeit vorbei ist (und man wieder über die Fenster lüften kann oder alternativ auch die Wärme nutzt, falls die Nacht kalt ist).
  • Guter Brandschutz: Entgegen der Intuition bieten Holzfaserdämmplatten Vorteile im Brandfall. Zuerst einmal entsteht eine äußere Verkohlungsschicht, welche die Ausbreitung des Feuers erst einmal bremst. Darüber hinaus kommt es nicht zu einem gefährlichen Abtropfen wie etwa bei Hartschaum, und auch die Rauchentwicklung ist vergleichsweise gering.
  • Ausgeprägter Schallschutz: Die hohe Rohdichte macht aus Holzfaserdämmplatten auch einen starken Schutz vor Außengeräuschen.

Holzfaserdämmstoffe gibt es für die unterschiedlichsten Anwendungsbereiche – vom Keller bis zum Dach. Ob Unterdeck- und Wandbauplatten, Dämmmatten, Dämmplatten oder Putzträgerplatten speziell für Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) – die große Auswahl an Varianten und die komfortable Verarbeitung machen sie zu einem hervorragenden Material für die Fassadendämmung.

Wärmedämmung der Fassade mit Mineralwolle

Ein klassisches und bewährtes Material für die Wärmedämmung der Fassade ist Mineralwolle (Steinwolle und Glaswolle). Die Ausgangsmaterialien mit hohem Recyclinganteil (z.B. Altglas bei Glaswolle) werden bei großer Hitze geschmolzen, zerfasert, ausgehärtet und je nach Bedarf unterschiedlich stark verdichtet. Abschließend wird die Mineralwolle zugeschnitten.

Vorteile von Mineralwolle

  • Starke Dämmwirkung: Stein- und Glaswolle besitzen sehr gute Dämmwerte – bis zu WLS 032! Grundsätzlich gilt: Je besser die Dämmwirkung, desto dünner kann die Dämmung ausgeführt werden.
  • Resistent gegen Ungezieferbefall, Schimmel und Fäulnis
  • Nicht brennbar: Glas- und Steinwolle überzeugen durch ihr natürliches Brandverhalten, ohne chemische Brandhemmer zu benötigen. Insbesondere Steinwolle erfüllt höchste Ansprüche bei Brandschutzkonstruktionen – unter anderem mit einem Schmelzpunkt über 1.000 °C.
  • Guter Schallschutz – zum Beispiel bei Hohlraumdämmungen.
  • Einfache Verarbeitung – allerdings empfehlen sich Handschuhe für die Verarbeitung.

Mineralwolle gibt es genau wie Holzfaserdämmstoffe in verschiedenen Varianten. Am bekanntesten ist zweifelsohne der „Klemmfilz“ aus Mineralwolle, doch für die Fassadendämmung gibt es auch Dämmplatten aus Stein- und Glaswolle. Gab es früher (vor allem bis 1996) gesundheitskritische Mineralwolle, bieten heutige Markenprodukte zertifizierte Sicherheit, belegt zum Beispiel durch das RAL Gütezeichen. Glas- und Steinwolle sind bewährte Dämmstoffe, vor allem, wenn der Preis im Vordergrund steht.

Weitere Dämmmaterialien für die Fassade

Neben den ausführlicher vorgestellten Dämmmaterialien aus Holz- und Mineralfasern gibt es noch viele weitere Dämmstoffe. Seit Jahrzehnten kommt etwa Styropor zum Einsatz in den Varianten als XPS und EPS, vor allem bei WDVS-Fassaden (siehe weiter unten). Auch im Bereich der Naturdämmstoffe gibt es noch Alternativen, etwa aus Flachs, Hanf oder Zellulose. Grundsätzlich sind Naturdämmstoffe teurer, bieten aber dafür in der Regel einen besseren Hitzeschutz, eine bessere Regulierung der Luftfeuchtigkeit, eine sehr gute Schalldämmung sowie eine bessere Ökobilanz. 

Konstruktionsvarianten für die Fassadendämmung

Vorgehängt hinterlüftete Fassade (VHF): Bei dieser Variante der Fassadenverkleidung sind der außenliegende Witterungsschutz und die Fassadendämmung konstruktiv getrennt. Ein Zwischenraum sorgt dafür, dass beide Bereiche stets belüftet werden. Dadurch ist die VHF weniger anfällig für Schäden als etwa die WDVS. Gleichzeitig erlaubt die VHF alle Freiheiten bei der Gestaltung von HPL Fassadenplatten und Faserzementplatten bis zur Verkleidung mit Holzprofilen.

Wärmedämmverbundsysteme (WDVS): Hier bilden außenliegende Putzschicht bzw. Verblendung und Fassadendämmung eine miteinander verbundene Einheit. Zumeist wird Polystyrol als Dämmmaterial verwendet, doch auch andere Materialien sind möglich – neben Mineralwolle sogar Holzfaserdämmplatten, zum Beispiel als kombinierte Unterdeck- und Putzträgerplatte. WDVS stehen vielfach in der Kritik, so kann es zu einer Feuchtebelastung und Algenbildung kommen, da die hohe Dämmwirkung den Putz schlechter trocknen lässt. Eine fachgerechte, kundige Ausführung kann diese Probleme aber umgehen.

Auswahlkriterien für die Fassadendämmung

Bei der Auswahl der passenden Fassadendämmung sind verschiedene Faktoren relevant. Wie man diese gewichtet, ist dabei individuell unterschiedlich. Gleichzeitig spielt auch die Perspektive eine Rolle – etwa, ob man Verarbeiter oder Bauherr ist. Hier noch einmal ein Überblick an Kriterien, die Sie heranziehen können:

  • Kosten pro Quadratmeter: Hier gilt es, die gewünschte Dämmwirkung (U-Wert) einzurechnen, die sich auch durch die Dicke des Dämmmaterials ergibt.
  • Ökobilanz von verwendeten Rohstoffen und Energiekosten bis zur Recyclingfähigkeit
  • Wohngesundheit
  • Brandschutz / Brandverhalten
  • Hitzeschutzwirkung für heiße Sommertage
  • Schallschutz
  • Komfort der Verarbeitung
  • Schutz gegen Schädlinge und Schimmel

Sollten Sie unschlüssig sein, welche Fassadendämmung Sie installieren möchten in Hinblick auf die genannten Faktoren, lassen Sie sich am besten umfassend beraten! Als Fachhandel mit über 100 Jahren Tradition helfen wir Ihnen gerne weiter mit unserer Kompetenz.

Gerne informieren wir Sie auch zu aktuellen Fördermöglichkeiten – hier gibt es stets neue Fördertöpfe. Natürlich finden Sie bei uns auch ein umfassendes Sortiment an hochwertigen Dämmmaterialien und Zubehör!

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