Innentüren – der umfangreiche Ratgeber von Ihrem Holzfachhandel

Mittlerweile besitzen Innentüren einen zentralen Stellenwert bei der Gestaltung der Inneneinrichtung. Die gelungene Wahl der Türen im Innenbereich – vor allem bei repräsentativen Räumen – fällt mindestens dem Kenner sofort ins Auge. Wichtig ist hier das Zusammenspiel der Bereiche Boden, Wand und Decke, und dies natürlich alles abgestimmt auf die übrige Einrichtung. Das Interessante bei Innentüren ist, dass sie eine Verbindung darstellen von Ästhetik und praktischer Funktion. Moderne Zimmertüren sind mittlerweile hochentwickelte Produkte, etwa in Bezug auf Schall- und Wärmedämmung. In unserem Ratgeberartikel widmen wir uns streng genommen mit dem sogenannten „Türblatt“. Das ist der Teil, welcher im Volksmund als „die Tür“ bezeichnet wird, wobei zum gesamten Bauelement Tür noch die Zarge (der „Türrahmen“) und die Bänder gehören („Türangeln“). Um den Rahmen nicht zu sprengen, haben wir in der folgenden Betrachtung die Themen Haustür sowie Glas-, Schiebe- und Funktionstüren noch einmal ausgeklammert!

Unterschiede beim Innenleben

Wie eine Tür in ihrem Inneren konstruiert ist, bestimmt maßgeblich ihre Qualität und Eigenschaften. Im Folgenden präsentieren wir die gängigsten Beschaffenheiten einer Innentür.

Wabeneinlage / gestärkte Pappe

Vermutlich die günstigste Methode, um der Tür im Inneren ein Mindestmaß an Stabilität und Form zu geben: wabenförmig angeordnete, imprägnierte Pappelemente. Dadurch wird die Tür sehr leicht (ca. 8 kg/m²) und ist günstig in der Herstellung, allerdings bietet sie fast keine Schall- und Wärmedämmung. Darüber ist sie sehr empfindlich gegenüber Beschädigungen. Sie wird gerne im sogenannten Objektgeschäft verwendet, wenn es darum geht, eine Immobilie möglichst billig mit Türen auszustatten.

Röhrenspanstreifen-Einlage

Ein höherer Standard als die Innentür mit Wabeneinlage – auch hier mit Fokus darauf, Material möglichst sparsam und effektiv einzusetzen. Aus einer mit Röhren durchsetzten Spanplatte werden einzelne Streifen entnommen und zu einer stabilen Struktur angeordnet. Durch die Zwischenräume zwischen den einzelnen Streifen sind allerdings Wärme- und Schallschutz nur sehr eingeschränkt gegeben. Ihr Gewicht liegt bei knapp 12 kg gerechnet auf den Quadratmeter.

Röhrenspanplatte als Einlage

Im Gegensatz zur vorherigen Einlage kommt hier statt einzelner Streifen eine komplette Röhrenspanplatte zum Einsatz. Dies erhöht abermals die Stabilität und Steifigkeit. Durch die geschlossene massive Innenstruktur bewirkt die Innentür mit Röhrenspanplatte eine markante Schall- und Wärmedämmung. Natürlich ist auch das Gewicht entsprechend höher (ca. 15 kg/m²) und vermittelt beim Öffnen und Schließen solide, hochwertige Qualität.

Unsere Empfehlung: Wählen Sie statt Röhrenspanstreifen direkt eine Tür mit Röhrenspanplatte. Der Preisunterschied ist vergleichsweise gering mit Blick auf den deutlichen Mehrwert in Haltbarkeit und Dämmwirkung.

Einlage Vollspanplatte

Die logische Steigerung von Röhrenspanstreifen über Röhrenspanplatte besteht in der Vollspanplatte. Der vollständige Verzicht auf material- und gewichtsparende Röhren im Inneren sorgt zwar in der Theorie für eine abermalige Steigerung der Eigenschaften, ist aber im Innenbereich, zumindest von privaten Immobilien, oftmals „zu viel des Guten“. Neben dem höheren Preis ist auch ein signifikant höheres Gewicht zu bedenken, welches von 23 bis zu 34 kg/m² reichen kann! Einsatzgebiete sind eher Schulen, Hotels oder Kasernen etc., an denen die Türen erhöhten Beanspruchungen ausgesetzt sind. Auch die Wohnungseingangstür ist ein typischer Kandidat für eine Vollspaneinlage.

Massivholz

Neben den oben angeführten, weit entwickelten „Hightech“-Materialien findet die ursprüngliche Tür aus massivem Holz immer noch ihre Anhänger. Verschiedene Holzarten und Bearbeitungen der Oberfläche erlauben ganz unterschiedliche optische Wirkungen, von rustikal bis elegant. Massives Holz bietet eine gute Schall- und Wärmedämmung bei vergleichsweise geringem Gewicht (natürlich abhängig von der Holzart. Ein typischer Wert liegt bei 13 kg/m²).


Verschiedene Oberflächen von Innentüren

Das Innenleben der Tür, wie oben geschildert, wird ergänzt durch unterschiedliche Möglichkeiten der Oberflächenbeschichtung oder -bearbeitung. Theoretisch lässt sich fast jedes Innenleben beliebig mit den folgenden Oberflächen kombinieren, in der Praxis ist natürlich nicht jede Kombination sinnvoll (etwa ein edles Holzfurnier auf der billigen Wabentür).

Dekorpapier-Oberfläche

Die günstigste Variante und passend für entsprechend billige Türen wie die Wabentür: eine bedruckte Folie, welche sehr anfällig ist für Beschädigungen.

CPL bzw. HPL-Oberflächenschicht

Hier wird im Grunde genommen die gleiche Technik verwendet wie bei der Oberfläche von Laminatböden: ein absolut solider Standard, robust und pflegeleicht, erhältlich in einer Fülle an verschiedenen Dekoren. Auch lebensechte Holzdekore und -strukturen sind erhältlich. CPL ist der Standard, HPL noch eine Ecke widerstandsfähiger. CPL- und HPL-Türen sind eine gute Wahl für Familien mit Kindern und/oder Haustieren. Egal, ob der Hund an der Tür kratzt oder das Bobbycar dagegenrumpelt: diese Oberflächen halten einiges aus!

Furnierte Oberfläche

Das sogenannte Furnier ist eine dünne Schicht echten Holzes. Wenn CPL-Türen das „Laminat der Türenwelt“ darstellen, sind furnierte Türen das „Parkett“. Eine widerstandsfähige Oberflächenbearbeitung schützt vor Beschädigungen. Spezielle Bürstungen oder Pigmentierungen sorgen für ganz eigene, aufmerksamkeitsstarke Optiken. Die verschiedenen Holzarten haben jeweils ihren ganz eigenen Charakter: echte Exklusivität für Ihr Zuhause!

Weißlack-Oberfläche

Ein echter Klassiker, absolut zeitlos und für nahezu jeden Einrichtungsstil passend. Verschiedene Nuancen beim Weiß sorgen für dezente Eleganz. Raffinierte Effekte wie besondere Einlagen oder Fräsungen sorgen für Aha-Effekte. Ein mehrschichtiger, widerstandsfähiger Lackauftrag bedeutet ebenso Qualität wie eine absolute Unbedenklichkeit in Punkto Wohngesundheit. Zarge und Türblatt sollten absolut Ton in Ton sein!

Die Oberfläche von Massivholztüren

Naheliegenderweise brauchen Türen aus Massivholz nicht noch eine gesonderte Oberfläche, sorgt doch das verwendete Holz für die gewünschte ansprechende Optik. Hier geht es eher um die Bearbeitung und Versiegelung der Oberfläche, was dem Holz optisch noch einmal einen ganz eigenen Dreh verleihen kann. Doch auch eine Lackierung mit Weißlack ist durchaus gängig!


Beachtenswertes beim Innentüren-Kauf

Wenn für Sie der Kauf neuer Innentüren ansteht, gar als Erstausstattung für einen Neubau, dann sollten Sie sich gute Gedanken machen über Ihr „Türenkonzept“. Ästhetisch sollten sie gut abgestimmt sein auf Boden, Wand und Decke, vom Stil her passen zur Einrichtung. Es hat schon eine starke Wirkung, wenn eine durchgängige Idee erkennbar wird statt Beliebigkeit und „Gemischtwarenladen“. Was das Innenleben betrifft: Wählen Sie Türen abhängig nach Bedarf an Wärme- und Schalldämmung, aber auch Beanspruchbarkeit! Da in den allermeisten Fällen ein Wärme- und Schallschutz einen Mehrwert darstellt, empfehlen wir in aller Regel Türen mit Röhrenspanplatte: der Standard für hochwertige Innentüren. Wenn auf den beiden Türenseiten sehr unterschiedliche klimatische Bedingungen herrschen, empfiehlt sich ein gesonderter Blick auf die Standfestigkeitswerte der Tür bzw. ihre Klimaklasse (mehr zu diesem Thema weiter unten).

Geht es um die reine Qualität – Verarbeitung, Langlebigkeit etc. – sehen wir zwischen den Markenherstellern keine nennenswerten Unterschiede. Diese bestehen eher in besonderen Designs und Stilen – da dürfen Sie ganz Ihrem persönlichen Geschmack vertrauen.

Sparpotenzial besteht, wenn Sie für weniger zentrale bzw. repräsentative Türen auf günstige Weißlack- oder CPL-Türen zurückgreifen und zum Beispiel Angebote oder Aktionen nutzen.


Zusätzliche Informationen zu Innentüren

Standardgrößen und Sondermaße

Heutzutage erhalten Sie Türen bei allen Herstellern in den gleichen Standardmaßen in Bezug auf Höhe und Breite. Klassisch sind bei der Türenbreite 610 mm, 735 mm, 860 mm und 985 mm. In der Höhe sind die Standardmaße 1985 mm und 2010 mm. Darüber hinaus erhalten Sie – etwa für Altbauten oder historische Gebäude – verschiedene Sondermaße. Werden Sie dort nicht fündig, haben Sie immer die Möglichkeit der „Tür nach Maß“. „Raumhohe Türen“ wiederum bieten besondere Höhenmaße und sorgen für den repräsentativen Aha-Effekt.

Vorder- und Rückseite unterschiedlich

Manchmal sind die von der Innentür getrennten Wohnbereiche sehr unterschiedlich hinsichtlich Funktion und Interieur. Auf der einen Seite zum Beispiel das schicke Wohnzimmer, auf der anderen die moderne, futuristische Küche. Die meisten Hersteller bieten deshalb die Möglichkeit, ihre Türen mit unterschiedlichen Oberflächen zu versehen.

Stehvermögen / Klimaklasse

Ob Massivholztür oder mit Röhrenspanstreifen/Röhrenspanplatte – der Holzanteil macht sie anfällig für klimatische Veränderungen in Bezug auf Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Diese sogenannte „hygrothermische Belastung“ kann zu einem Verziehen der Tür führen! Sie schließt dann schlechter und schützt nicht mehr optimal vor Kälte und Schall. Um dies (weitgehend) zu verhindern, besitzen Innentüren ihr ganz eigenes „Stehvermögen“, welches mit dem Begriff der Klimaklasse korrespondiert. Bei extremen Unterschieden auf beiden Seiten der Tür müssen Sie entsprechend vorsorgen mit der passenden Tür!

Möchten Sie noch mehr über die faszinierende Welt der Innentüren erfahren? Dann besuchen Sie uns doch einmal im Osten von Stuttgart! In unserer Türenausstellung mit original verbauten Mustertüren lassen sich die verschiedenen Eigenschaften und Qualitäten von Innentüren perfekt am „lebenden Objekt“ erleben, und unsere Fachberater geben kompetent Auskunft zu allen Fragen.