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Ratgeber Design- und Vinylböden: Wissenswertes und Tipps zum Kauf

In der Welt der nicht-textilen Böden hat sich neben die Klassiker Parkett, Laminat, Kork, Massivholzdielen und Linoleum ein Bodenbelag hinzugesellt, der – zumindest vom Namen her – nach einer Neuerung klingt: der Vinylboden! Und in seinem Gefolge auch noch Designböden und Design-Vinyl. Inwiefern es sich hier um eigenständige Produkte geht oder nur um verschiedene Namen für dieselbe Sache, möchten wir für Sie klären, sowie die Frage nach deren Verwandtschaft zum guten alten PVC-Boden. 

Hier die Themen:

  • Vinyl, Design-Vinyl, Designboden und PVC: eine Begriffsklärung
  • Was spricht für Design- und Vinylböden?
  • Die Bedeutung von Nutzungsklassen
  • Hintergrundinfos zum Thema Wohngesundheit bei Vinyl

Vinyl, Design-Vinyl, Designboden und PVC: eine Begriffsklärung

Fangen wir an beim Vinylboden. Der Begriff „Vinyl“ findet sich wieder im „V“ der Abkürzung PVC („Polyvinylchlorid“). Sind somit Vinylböden nichts anderes als der PVC-Boden, wie man ihn seit Jahrzehnten in deutschen Haushalten antreffen kann? Ja und nein! Wenn auch prinzipiell die „Rohstoffbasis“ gleich ist, haben wir es hier doch mit einem runderneuerten Produkt zu tun, welches sich von den unansehnlichen PVC-Böden der Vergangenheit in wichtigen Punkten unterscheidet – dazu später noch mehr. Schlussendlich ist es erst einmal eine gute Sache, dass hier ein Kunststoff zur Anwendung kommt, der seit über hundert Jahren erforscht und weiterentwickelt wurde. Ein „Design-Vinyl-Boden“ ist nichts anderes als ein normaler Vinylboden. Doch vermutlich hat sich der Hersteller beim Dekor so viel Mühe gegeben, dass er das Endergebnis mit dem Prädikat „Design“ schmücken möchte. (Tatsächlich gibt es außerordentlich reizvolle Dekore – egal, ob als Vinyl oder Design-Vinyl bezeichnet!) 

Ein wenig anders sieht es aus bei Design-Böden. Zum einen kann sich dahinter abermals ein normaler Vinylboden verbergen, zum anderen aber auch ein alternativer Kunststoffbodenbelag, bei dem statt PVC ein anderes Material für die Oberfläche verwendet wird – z.B. PET, bekannt von den gleichnamigen Mehrwegflaschen. Falls Sie also auf der Suche nach einem Bodenbelag ohne PVC sind, stellen Sie beim Designboden sicher, dass auch wirklich kein PVC verwendet wird! 

Was spricht für Design- und Vinylböden?

Die Vorteile aller oben genannten Bodenbeläge ähneln den Gründen, weswegen Einrichtungsliebhaber bisher zum Laminatboden griffen. Design- und Vinylböden zeichnen sich aus durch Robustheit und Pflegeleichtigkeit, verbunden mit äußerst attraktiven authentischen Dekoren. Tatsächlich haben Vinyl- und Designböden dem klassischen Laminat noch einiges voraus: sie sind wärmer, elastischer/weicher, und die dickere Oberflächenschicht erlaubt das Einprägen (noch) authentischerer Dekore wie z.B. täuschend echte Holzoberflächen. Auch der Raumschall ist niedriger im Vergleich zum „harten“ Laminatboden! Geht es um besondere Robustheit für den Gewerbebereich, können Vinylböden mit noch höherer Abriebfestigkeit aufwarten. 

Interessant wiederum sind die verschiedenen Varianten von Vinyl – es gibt es nicht nur als Fertig-Vinyl analog zum dreischichtigen Laminatboden, sondern auch als verklickbare Massivvinylplatten und als niedrige Klebesheets. Massivvinyl eignet sich auch für Feuchträume.

Die Bedeutung von Nutzungsklassen

In der DIN EN 685 werden elastische Bodenbeläge wie Vinyl, Designböden, Laminat oder auch Linoleum eingeteilt in einzelne Nutzungsklassen (NK), welche deren Robustheit widerspiegelt in Bezug auf gewerbliche, industrielle und Privatnutzung (je höher, desto robuster). Die ursprünglichen Empfehlungen der Nutzung, wie sie die Nutzungsklassen widerspiegeln sollen, halten wir allerdings für zu lasch. Wir empfehlen für den wenig genutzten Privatbereich, etwa im Schlafzimmer, eine NK von 31. Stark beanspruchte Räume – oder Haushalte mit vielen Familienmitgliedern – sollten mit Böden der NK 33 bis 34 ausgestattet werden. NK 33 und 34 eignen sich auch für den weniger frequentierten Gewerbebereich wie die kleine, feine Boutique. Darüber hinaus sollten Sie schon zur NK 41 und mehr greifen. Die Robustheit eines Design- oder Vinylbodens lässt sich auch an der Dicke der Nutzschicht ablesen (zur Illustration: 0,3 mm entsprechen ca. der NK 31, NK 33 bis 41 haben ungefähr 0,55 mm Dicke). Sollten Sie zwischen zwei Nutzungsklassen schwanken, ist es sicherlich meist ratsam, die höhere zu nehmen, denn diese Werte bleiben immer nur Empfehlungen und Näherungswerte!

Hintergrundinfos zum Thema Wohngesundheit bei Vinyl

Heutzutage führt kaum noch ein Weg vorbei am Thema „Wohngesundheit“. Nicht nur die Familie mit kleinen Kindern schaut genauer hin bei den Inhaltsstoffen von Wandfarben, Bodenklebern, Oberflächenölen und -lacken etc. Aus dem gleichen Grunde wurde der klassische PVC-Boden zusehends kritisch gesehen, kamen doch in der Vergangenheit potenziell gesundheitsschädliche Weichmacher zum Einsatz. (Tatsächlich sind es vor allem die Weichmacher alias Phthalate, welche das an sich unbedenkliche, spröde PVC weich und elastisch machen, aber auch zum Gesundheitsrisiko werden lassen). Die gute Nachricht: Heutzutage dürfen schädliche Weichmacher nicht mehr verwendet werden bei Vinylböden! Strenge EU-Vorschriften sorgen für Sicherheit, allerdings sollten Sie auch zu Markenware mit den entsprechenden Siegeln greifen. Wenn Sie natürlich gar nicht erst darüber nachdenken wollen, können Sie natürlich auch zum vollständig PVC-freien Designboden greifen, welcher ansonsten mit den Eigenschaften von Vinyl weitgehend identisch ist. 

Konnten wir Ihre ersten Fragen rund um Design- und Vinylböden beantworten? Gerne stehen wir Ihnen ansonsten zur Verfügung in unserem Fachmarkt im Osten von Stuttgart. Ihr Team von Holz Ulrich!